“Bouldern ist doch dasselbe wie Klettern, oder?” Nicht ganz. Beide Sportarten passieren an einer Wand und haben dasselbe Ziel. Was dazwischen liegt, ist ziemlich verschieden.
Das Seil
Der offensichtlichste Unterschied: Beim Bouldern gibt es kein Seil. Die Routen gehen maximal 4 bis 5 Meter hoch, dicke Matten fangen den Fall auf. Beim Klettern bist du mit einem Seil gesichert, oft bis in 10, 15 oder 20 Meter Höhe.
Das hat Konsequenzen. Beim Klettern brauchst du einen Sicherungspartner, der das Seil hält. Beim Bouldern nicht. Du kannst alleine in die Halle gehen, eine Route angehen, abspringen, wieder anfangen.
Die Ausrüstung
Für Bouldern brauchst du Kletterschuhe und Chalk. Das war’s. Keine Gurte, kein Seil, keine Karabiner. Für den Einstieg reichen geliehene Schuhe.
Hallenklettern ist aufwändiger: Klettergurt, Sicherungsgerät, Seil (oft inklusive in der Halle), und du musst wissen, wie man sichert. Entweder aus einem Kurs oder von jemandem, der es dir zeigt. Das ist kein unüberwindbares Hindernis, aber ein Aufwand, den du beim Bouldern nicht hast.
Die Bewegungen
Bouldern und Klettern fühlen sich anders an, auch wenn beides an einer Wand stattfindet.
Beim Bouldern sind die Routen kürzer und kraftintensiver. Du versuchst oft schwierige einzelne Bewegungen: ein dynamischer Sprung zu einem Griff, eine ungewöhnliche Körperposition, ein Gleichgewichtsmoment, bei dem du kurz innehältst und nachdenkst. Viel Puzzlen.
Beim Klettern ist Ausdauer wichtiger. Du bist länger an der Wand, der Fokus liegt mehr auf Atemtechnik, Effizienz und dem Vertrauen ins Seil.
Die Schwierigkeitsgrade
Beide Sportarten haben eigene Skalen.
Beim Klettern in Deutschland wird meist die UIAA-Skala genutzt (5, 6-, 6, 6+, 7- usw.) oder das französische System (5a, 5b, 6a usw.). Beim Bouldern ist die V-Skala (V0 bis V17) oder das Fontainebleau-System (3 bis 9A) üblich.
In der Praxis: Die schwersten Boulder der Welt sind physisch extremer als die schwersten Kletterrouten. Aber der Einstieg ist beim Bouldern leichter. Ein V0 oder eine 4 in der Halle ist für die meisten in einer Stunde machbar.
Womit anfangen?
Für Einsteiger ohne Partner und ohne Erfahrung ist Bouldern der einfachere Einstieg. Kein Kurs nötig, günstiger, und du kannst sofort loslegen. Du entscheidest selbst, wie lange du an einer Route bleibst, wann du aufhörst, was du als nächstes versuchst.
Klettern lohnt sich, wenn du Höhe magst, Ausdauer trainieren willst oder schon jemanden hast, der sichert.
Viele fangen mit Bouldern an und wechseln irgendwann zum Klettern oder machen beides. Manche bouldern ihr ganzes Leben. Kein Problem.
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