Nach unten klettern statt zu springen. Die meisten Hallen bitten darum, weil jeder Sprung die Gelenke belastet und die Matte irgendwann besetzt ist. An vielen Wänden hängen dafür große, gut greifbare Abkletter-Griffe, oft in einer eigenen Farbe.
Die Lösung eines Boulders: welcher Griff mit welcher Hand, wo der Fuß hin muss. "Hast du Beta für die gelbe Sieben?" ist eine ganz normale Frage an Fremde. Ungefragt Beta zu rufen, während jemand in der Wand hängt, gilt dagegen als unhöflich und heißt Spray Beta.
Eine einzelne Route. Der Boulder, männlich, Plural die Boulder. "Problem" ist die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen und wird in deutschen Hallen seltener benutzt als im Netz.
Eine überhängende Leiter aus schmalen Holzleisten, an der man sich nur mit den Armen hochzieht. Reines Krafttraining für Fortgeschrittene. Für Einsteiger ist es der schnellste Weg zu einer Fingerverletzung, deshalb hängt daneben fast immer ein Warnschild.
Magnesiumcarbonat, das die Hände trocken hält. Manche Hallen erlauben nur Liquid Chalk, weil loses Pulver in der Luft hängt und sich auf allem absetzt. Mehr dazu im Chalk-Ratgeber und im Vergleich zu Liquid Chalk.
Die dicke Fallschutzmatte. Draußen ist es eine tragbare Matte, die man selbst unter den Block legt. In der Halle ist der ganze Boden eine, weshalb dort meistens einfach von der Matte die Rede ist.
Ein schmaler Griff, an dem nur die Fingerkuppen Platz haben. Beide Wörter sind in deutschen Hallen üblich, oft im selben Satz. Aufgestellt gegriffen (Daumen über dem Zeigefinger) hält er besser und belastet die Ringbänder deutlich stärker.
Die schwerste Einzelbewegung einer Route. An ihr scheitert man beim ersten Mal, und sie entscheidet meist über die Bewertung des ganzen Boulders.
Das Knie nach innen gedreht und abgesenkt, während der Fuß auf dem Tritt steht. Bringt die Hüfte an die Wand und macht weite Züge kürzer. Der deutsche Hallenname Ägypter hält sich hartnäckig neben dem englischen.
Ein Sprung, bei dem beide Hände kurz die Wand verlassen. Sieht spektakulär aus, ist in leichten Routen selten und in Wettkämpfen häufig.
Eine Route im ersten Versuch durchsteigen, obwohl man vorher Beta hatte oder jemandem zugesehen hat. Ohne jede Vorinformation heißt dasselbe Onsight, ein Wort, das beim Bouldern kaum benutzt wird, weil man den Boulder ja vor sich sieht.
Das übliche Bewertungssystem in Europa: 4, 5, 6a, 6a+, 6b und so weiter. Benannt nach dem Waldgebiet südlich von Paris. Wie sie sich zur amerikanischen V-Skala und zu den Hallenfarben verhält, steht in den Schwierigkeitsgraden.
Ein Holzbrett mit Leisten und Löchern zum Training der Fingerkraft, meist über dem Eingang oder im Trainingsbereich. Sinnvoll erst nach etwa einem Jahr regelmäßigem Bouldern, weil die Sehnen langsamer stärker werden als die Muskeln.
Die Ferse auf einen Griff setzen und daran ziehen. Verwandelt das Bein in einen dritten Arm und ist an Dächern oft der Unterschied zwischen möglich und unmöglich.
Ein großer Griff, in den die ganze Hand passt. Der freundlichste Griff an der Wand und der Grund, warum leichte Routen sich leicht anfühlen. Henkel ist in deutschen Hallen das gebräuchlichere Wort.
Eine verstellbare Trainingswand mit beleuchteten Griffen: Eine App zeigt an, welche Griffe zu einer Route gehören, der Neigungswinkel lässt sich verstellen. Steht inzwischen in vielen größeren Hallen. Verwandt sind Moonboard und Tension Board, die dasselbe Prinzip mit anderen Griffen und strengeren Regeln umsetzen.
Sich mit den Händen nach unten drückend über eine Kante schieben, wie beim Aussteigen aus einem Schwimmbecken. Kommt am Ende vieler Boulder vor und wird von Einsteigern regelmäßig unterschätzt.
Ein Boulder, an dem man über mehrere Sessions arbeitet. Nicht sofort weiterzukommen ist beim Bouldern kein Scheitern, sondern die übliche Arbeitsweise.
Wie gut Gummi und Haut auf dem Griff halten. Hängt an Temperatur und Luftfeuchte, weshalb dieselbe Route im kühlen Januar leichter geht als im schwülen Juli. Der Grund, warum manche Hallen im Sommer über die Lüftung diskutieren.
Das Neusetzen der Routen. Die meisten Hallen schrauben jede Woche einen Sektor um, sodass die ganze Halle nach zwei bis drei Monaten einmal durch ist. Wer wie oft umschraubt, ist für viele Stammgäste ein Auswahlkriterium.
Wie schwer ein Boulder ist. In deutschen Hallen steht dafür meistens eine Farbe an der Wand und keine Zahl, und jede Halle legt ihre Farbskala selbst fest: Grün kann hier leichter sein als Blau und in der Halle zwei Städte weiter genau andersherum. Daneben laufen die Fontainebleau- und die V-Skala. Welches System was bedeutet, steht in den Schwierigkeitsgraden.
Der Boulder beginnt im Sitzen auf der Matte, mit den Startgriffen in den Händen und den Füßen am Boden. Steht am Startschild, oft als "SD" oder mit einem Sitzsymbol.
Ein runder Griff ohne Kante, den man nur über Reibung und Handfläche hält. Fühlt sich für Einsteiger unhaltbar an und hängt fast vollständig von der Körperposition ab: Je tiefer die Schulter, desto besser hält er.
Jemanden beim Fallen mit den Händen lenken, damit er auf der Matte und auf den Füßen landet. Draußen unverzichtbar, in der Halle wegen des durchgehenden Bodens selten und meist nur bei hohen oder seitlichen Stürzen.
Der Fußrücken zieht von unten oder von der Seite an einem Griff. Das Gegenstück zum Heel Hook und der Grund, warum Boulderschuhe auch oben Gummi haben.
Über die Wandoberkante steigen statt am letzten Griff zu stoppen. Draußen die Regel, in der Halle die Ausnahme, weil die meisten Hallenwände oben schlicht aufhören.
Eine Route, die seitlich statt nach oben verläuft. Oft am Wandfuß als Aufwärmen gesetzt, weil man dabei nie höher als einen Meter kommt.
Das amerikanische Bewertungssystem, V0 aufwärts. In Deutschland begegnet es einem vor allem an Trainingsboards und in internationalen Videos, selten an der Hallenwand.
Die großen Holz- oder Kunststoffkörper, die auf die Wand geschraubt werden und die Form der Wand verändern. Auf ihnen sitzen wiederum normale Griffe. Sie sind der Grund, warum eine flache Halle trotzdem dreidimensional klettert.
Ein markierter Griff auf halber Strecke, der im Wettkampf Teilpunkte bringt. Im normalen Hallenbetrieb hat er keine Bedeutung, taucht aber in Übertragungen und bei Hallenwettkämpfen auf.
Eine einzelne Bewegung von einem Griff zum nächsten. "Ein Boulder mit sechs Zügen" beschreibt seine Länge, nicht seine Schwierigkeit.
Die Wörter unterscheiden sich manchmal von Halle zu Halle und von Stadt zu Stadt.
Wenn bei dir etwas anders heißt oder hier ein Begriff fehlt, schreib uns kurz.